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ISAF

Die NATO in Afghanistan

Am 22. Dezember 2001 nahm die ISAF unter britischem Oberkommando ihre Arbeit in Kabul auf; die erste Amtshandlung war die Bewachung der Amtseinführung der Übergangsregierung. Der eigentliche Stationierungsvertrag zwischen der Übergangsregierung und dem damals leitenden General der ISAF wurde allerdings erst am 4. Januar 2002 geschlossen.

Derzeit sind an ISAF etwa 2250 deutsche Soldaten (davon 90 Frauen) beteiligt. Bei einer Sondersitzung am 28. September 2005 beschlossen Bundestag und Kabinett mit großer Mehrheit die Ausweitung des Mandats, wodurch die Anzahl auf 3000 Soldatinnen und Soldaten erhöht sowie die Einsatzdauer um ein Jahr verlängert wurde (bis Oktober 2006). Seit Beginn des Einsatzes sind 18 deutsche Soldaten getötet worden, 11 davon durch Unfälle.

Ziele und Aufbau

Aufgabe der ISAF ist die Unterstützung der vorläufigen Regierung Afghanistans bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit in Kabul und Umgebung, so dass die vorläufige afghanische Regierung und Personal der Vereinten Nationen in einem sicheren Umfeld arbeiten können. Die UN-Schutztruppe ist damit vollständig vom Einsatz Enduring Freedom getrennt. Die ISAF darf im Rahmen der Erfüllung der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrats alle Mittel, auch Waffengewalt, anwenden. Die ISAF ist keine friedenssichernde Blauhelm-Truppe, sondern eine vom Sicherheitsrat genehmigte UN-Schutztruppe, die aus freiwillig gestellten Soldaten und Finanzen der beteiligten Staaten besteht. Man unterscheidet ISAF I-VII, bei denen die Schutztruppe jeweils von einer oder mehreren verschiedenen Nationen geleitet wurde:

ISAF I: Großbritannien, Dezember 2001 - Juni 2002
ISAF II: Türkei, Juni 2002 - Februar 2003
ISAF III: Deutschland und die Niederlande, Februar 2003
ISAF IV: Deutschland, Oktober 2003
ISAF V: Kanada, Oktober 2003 - August 2004
ISAF VI: Eurokorps, August 2004 - Februar 2005 / KMNB: Deutsch-Französische Brigade
ISAF VII: Türkei (NRDC, NATO Rapid Deployable Corps), Februar 2005 - August 2005
ISAF VIII: Italien, August 2005

Erwähnenswert ist noch, dass im Umfeld der Präsidentschaftswahlen am 9. Oktober 2004 von September bis Dezember eine US-amerikanische Infanteriekompanie der KMNB im Rahmen des ISAF Einsatzes in Afghanistan unterstellt war.

Die Versorgung der Soldaten der verschiedenen Nationalitäten erfolgt sowohl durch von der Ukraine angemietete Großraumtransportflugzeuge Antonov AN-124 "RUSLAN" vom Flughafen Köln/Wahn aus sowie über einen Luftwaffenstützpunkt in Termez (Usbekistan), auf dem auch eine Einheit der Bundeswehr stationiert ist. Ein französischer befindet sich in Duschanbe (Tadschikistan). Die Bundeswehr versorgt von hier aus durch regelmäßige Flüge mit Transall-Flugzeugen sowohl die verschiedensten Feldlager in Kabul (z.B. das Camp Warehouse) als auch die Stützpunkte der PRT-Teams in Kunduz und Feyzabad.

Führung

Bis zum 19. März 2002 lief der ISAF-Einsatz der Bundeswehr als Vorauskommando unter Führung des Kommandeurs des deutsch-niederländisch-dänisch-österreichischen Einsatzverbandes. Deren Kommandeur war Brigadegeneral Carl Hubertus von Butler, der dann ab 19. März 2002 die Führung der Kabul Multinational Brigade (KMNB) übernahm. Er hatte diese Aufgabe bis zum 17. Juni 2002 inne.

Sein Nachfolger war Brigadegeneral Manfred Schlenker. Er führte die KMNB vom 17. Juni 2002 bis zum 17. Dezember 2002. Seit dem 17. Dezember 2002 und voraussichtlich bis zum 17. Juli 2003 führt Brigadegeneral Werner Freers die KMNB. Von den oben angegebenen Kommandeuren unterscheiden sich die Kommandeure der ISAF, die unter anderem die KMNB führen, aber auch andere Tätigkeiten haben. Diese Kommandeure der ISAF (COMISAF) waren/sind:

* Generalmajor John McCall (Großbritannien) 22. Dezember 2001 - 18. Juni 2002
* Generalmajor Hilmi Rhin Zorlu (Türkei) 18. Juni 2002 - 10. Februar 2003
* Generalleutnant Norbert van Heyst (Deutschland) 10. Februar 2003 - 10. August 2003
* Generalleutnant Götz Glimeroth (Deutschland) August 2003 - Februar 2004
* Generalleutnant Rick Hillier (Kanada) Februar 2004 - 9. August 2004
* Generalleutnant Jean-Louis Py (Eurokorps) 9. August 2004 - 12. Februar 2005
* Generalleutnant Ethem Erdagi (NRDC) 13. Februar 2005 - 04. August 2005
* Generalleutnant Mauro Del Vecchio (Italien) 05. August 2005 - aktuell

Befugnisse der ISAF

Die ISAF Schutztruppe hat gegenüber der Zivilbevölkerung nur eingeschränkte Rechte. Sie darf auch bei kriminellen Akten innerhalb der Zivilbevölkerung nur den örtlichen Behörden als zusätzliche Hilfe zur Seite stehen. Grundlegend hat sie das Recht, sich bei Bedrohungen gegen Personal und Material zu verteidigen.

Der Auftrag in Kabul und Umgebung und in der Region Kunduz lautet:

Unterstützung der vorläufigen Staatsorgane Afghanistans und ihrer Nachfolgeinstitutionen bei der Aufrechterhaltung der Sicherheit, so dass sowohl die afghanischen Staatsorgane als auch das Personal der Vereinten Nationen (inkl. ISAF) und anderes Zivilpersonal (insb. solches, das dem Wiederaufbau und humanitären Aufgaben nachgeht) in einem sicheren Umfeld arbeiten können, und Sicherheitsunterstützung bei der Wahrnehmung anderer Aufgaben in Unterstützung des Bonner Abkommens.

So steht es auf der Taschenkarte eines jeden ISAF-Soldaten.

Mitglieder

Im Rahmen der ISAF nehmen in verschiedenen Lagern rund um Kabul unter anderem folgende Nationen teil:

Afghanistan
Deutschland
Dänemark
U.S.A.
Finnland
Großbritannien
Frankreich
Neuseeland
Norwegen
Portugal
Schweden
Mazedonien
Tschechische Republik
Italien
Kanada
Island
Belgien
Polen
Niederlande
Albanien
Estland
Bulgarien
Litauen
Azerbaijan
Ungarn
Schweiz
Kroatien
Türkei
Rumänien
Luxemburg
Griechenland
Lettland
Irland
Österreich

Aktuelles

Nach langer Diskussion wurde im Dezember 2003 der ISAF-Einsatz der Bundeswehr auf die Stadt Kunduz ausgedehnt. Im Folgenden eine Übersicht der Kommandeure der Bundeswehr: Oberst i.G. Schiebold
Oberst i.G. Baur (März 2004 bis Juni 2004)
Oberst i.G. Kuhn (Juni 2004 bis September 2004)
Oberst i.G. Barz (September 2004 bis Februar 2005)
Oberst i.G. Binder (Februar 2005 bis August 2005)
Oberst i.G. Iben ( August 2005 bis aktuell).

Seit Anfang August ist in Kunduz auch der Regional Area Coordiantor Nord (RAC) stationiert, der die diversen Aufbauteama koordiniert. Dazu die Übersicht der Offiziere, die dieses Amt bekleiden:

Brigadegeneral Kiesheyer, Bundeswehr (August 2005 bis aktuell)

Seit ca. 10. Juni 2004 wurden auch Diskussionen geführt, den Einsatz der Bundeswehr auf die Stadt und Provinz Feyzabad auszudehnen, personell bedeutete dies eine Aufstockung der Kontingente um ca. 150 Mann unter Teilnahme von niederländischen Einheiten.

Im September 2004 wurde in Feyzabad ebenfalls ein PRT (Provincial Reconstruction Team) aufgestellt. Im Januar 2005 erfolgte der Umzug aus der Neustadt von Feyzabad in das neue Feldlager "Camp Feyzabad" am Flugfeld. Seit Januar 2005 beteiligt sich Dänemark mit 40 Soldaten und seit März 2005 die Tschechische Republik ebenfalls mit 40 Soldaten am PRT.

Auch hier die Übersicht der Kommandeure der Bundeswehr: Oberstleutnant Baier (September 2004 bis Oktober 2004)
Oberstleutnant Blankenburg (Oktober 2004 bis Januar 2005)
Oberstleutnant Manhenke (Januar 2005 bis Juli 2005)
Oberst i. G. Baierl (Juli 2005 bis aktuell)

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